Meine Geschichte
Die Therapie – Teil 3
Der Mittwoch begann mit dem Ankommen in der TK, der herzlichen Begrüßung der Schwestern und der Mitkämpfer und wenn noch genügend Zeit blieb, gleich dem Besuch im Labor, dann hatte man das schon mal hinter sich. Dann ging es ab zum Sport.
Am Anfang der Therapie, war der Weg zum Gebäude des "Verein für Gesundheit und Rehabilitationssport am UKSH" schon die erste Sporteinheit. Es ging hin bergab und wir ließen uns am Anfang schon beim Hinweg Zeit, der Rückweg war aber von einigen Unterbrechungen durchsetzt, auch wenn der Weg insgesamt nur 300 Meter weit war! Da sah man unsere Schwächen ganz genau. Und auch die Sporteinheit an sich war ja nichts, was ich früher als Sport bezeichnet hätte. Früher wäre es das Aufwärmen zum Aufwärmen gewesen, aber mit ca. 60 kg zuviel auf den Rippen und einem nun doch schon gesetzten Alter, war es "Sport!"
Wenn man diese Sportstunde als Grundlage eines Vergleichs von vorher und nachher nimmt, dann sind aus uns in diesen 26 Wochen nicht wieder Hochleistungssportler geworden, aber man hat hier den Fortschritt und die positiven Auswirkungen auf unsere Psyche meine ich am meisten bemerkt. Zum Schluß gingen wir den Weg zum und vom Sport fröhlich und es strengte uns nicht mehr doll an. Leider hat man in seiner näheren Umgebung keine solche "Sportgruppe" bzw. ist man zu träge um aus mehreren Gruppen die für sich passende zu finden. Hier könnte aus meiner Sicht eine engere Verbindung des UKSH mit den Sportvereinen Schleswig-Holsteins den Patienten besser unterstützen, was aber nicht den wahren Schuldigen entlasten soll, und das sind wir, bin ich!
Nach dme Sport ging es in der TK zum wiegen, messen und Blut abnehmen. Jetzt durften wir auch frühstücken! Da wir immer einzeln in das Labor gerufen wurden, blieb den anderen immer Zeit sich auszutauschen. Hier entstanden rege Gespräche, es wurden Rezepte und Ideen ausgetauscht und sich gegenseitig dass Leid geklagt. Immer wenn einer aus dem Labor kam, wurde gefragt: "Mehr oder Weniger?" und es wurde geklatscht oder getröstet.
Danach kamen die Einzelgespräche mit der Ärztin, die im Prinzip eine Fortsetzung der Laborergebnisse waren. Jeder von uns hatte neben seinen Kilos mindestens noch eine weitere gesundheitliche Herausforderung zu bewältigen. Bei mir war bzw. ist es der Diabetes Typ 1, den ich seit 1965 habe. Wenn einer Diabetiker ist, dann weiß er zu beurteilen was es heißt, wenn man, so wie ich, seinen Insulinbedarf von 110 IE pro Tag während des Abnehmens auf am Ende um die 50 IE zurück führen kann. Leider habe ich es bis heute - April 2026 - nicht halten können. Heute bin ich wieder bei ca. 70 IE und wiege auch wieder ca. 115 kg, also immer noch 15 kg weniger als vor dieser Therapie, aber nach meinem Gefühl wieder viel zu viel.
Bei den Einzelgesprächen wurden neben der Abnehmproblematik eben auch diese zusätzlichen Herausforderungen angesprochen und behandelt. Fast alle von uns haben während der Therapie zum Beispiel Medikamente weglassen können. Bei mir waren es fast alle Bluthochdruck-Tabletten und mein Blutdruck ist trotzdem weiterhin stabil auf einem guten Niveau. Während dieser Einzeltermine hätte man sich auch im Firnessraum der Tagesklinik bewegen können, aber ich glaube es hat keiner von uns ernsthaft getan.
Die letzte Stunde des gemeinsamen Mittwochvormittags war den Gruppengesprächen mit der beiteiligten Äztin und / oder Psychologin und / oder Ernährungsberaterin und / oder Sporttherapeutin vorbehalten. Diese Gespräche waren sehr wichtig, auch wenn man manchmal dachte:"Was soll das denn?" Darüber hinaus erhielten wir einige "Hilfszettel" die ich meistens gleich in ein Excel-Sheet übertrug, welche ich auf der Seite Links natürlich zur Verfügung stelle. Die diese Therapie begleitende Ernährungsberaterin half einen ein besseres Verständnis für nicht wenige Lebensmittel zu erhalten und gab auch Rezeptvorschläge. Die Gespräche mit der Psychologin traf häufig Punkte, die man gefühlt hatte, aber die einem nicht direkt bewußt waren. Für mich waren diese Gespräche besonders wichtig, da sie Punkte ansprachen die ich zwar kannte, die mir selbst aber nicht so wichtig erschienen, als das ich mich darum kümmern mußte. Dies änderten dann diese Gespräche. hier wäre gewiss noch viel zu tun, was aber unser Gesundheitssystem zur Zeit noch nicht zu läßt.
Ich habe gewiss vieles vergessen zu berichten, aber abschliessend könnt ihr Euch selbst einen Eindruck davon machen, wie erfolgreich und wichtig diese Therapie für mich war: schaut Euch die nachstehenden Bilder und Diagramme an, die sagen alles und ich kann Euch nur raten: wenn ihr Gewichtsprobleme habt: meldet Euch bei der Adipositas-Ambulanz im UKSH-Kiel, dort kann Dir geholfen werden.



